Konsultation in Klingenthal vom 17.-20. September 2019

Die Johann Wolfgang von Goethe-Stiftung hat dem Institut auch in diesem Jahr das Schloss Klingenthal für eine wissenschaftliche Konsultation zur Verfügung gestellt. Das malerische Schloss bietet bereits durch seine abgeschiedene Lage einen vortrefflichen Tagungsort. Frau Prof. Dr. Marie-Paule Stintzi sorgte zudem als Gastgeberin dafür, dass sich die Teilnehmer der Konsultation sehr willkommen fühlten. Wir sind dafür sehr dankbar!

Die diesjährige Konsultation war dem Thema des neuen Studienprojekts des Instituts gewidmet: Nachdem mit der Publikation der Studie zur „Lutherischen Identität“ (2019) das bisherige Institutsprojekt abgeschlossen werden konnte, wird sich das Institut in den kommenden Jahren mit dem Thema „Die Einheit der Kirche im Kontext einer sich pluralisierenden Christenheit“ befassen.

Um einen Zugang zu diesem komplexen Thema zu gewinnen, waren zu der Konsultation Forscher eingeladen, die sich bereits intensiv mit ökumenischen Einheitsmodellen auseinandergesetzt haben. Ein Teil der Vorträge diente deshalb dazu, klassische Einheitsmodelle in evangelischer, anglikanischer und römisch-katholischer Theologie zu sichten und die Vorzüge und Nachteile zu diskutieren. Mit einem anderen Teil der Vorträge ging es hingegen darum, Einheitsmodelle transparent zu machen, die in ökumenischen Konsenstexten begegnen, die z.Zt. kontrovers diskutiert werden. Dazu gehört etwa der aus dem lutherisch/römisch-katholischen Dialog in Finnland erwachsene Text „Communion in Growth“ (2017) wie auch der „Gemeinsame Bericht der GEKE und PCPCU über Kirche und Kirchengemeinschaft“ (2018). Da das Thema „Einheitsmodelle“ nicht nur dogmatisch erschlossen werden soll, sondern auch im Horizont „einer sich pluralisierenden Christenheit“ lag schließlich ein weiterer Schwerpunkt auf einer soziologischen Analyse gegenwärtiger Entwicklungen und der Frage, wie diese aus soziologischer Sicht zu bewerten sind.

Nach instruktiven Vorträgen und konzentrierten Diskussionen gelang es am Ende der Konsultation erste Leitfragen zu entwickeln, die dem Studienprojekt zugrunde liegen werden. Die Leitfragen werden uns am Institut noch intensiv beschäftigen – ein wichtiger Grundstein konnte mit der Konsultation in Klingenthal jedoch gelegt werden!