Kolloquium in Venedig

2017 ist das Jahr des 500. Jubiläums der Reformation. Das Strasbourger ökumenische Institut hat in der Vorbereitung dieses Jubiläums eine wichtige Funktion, und auch im kommenden Jahr werden die Institutsmitglieder an vielen Kolloquien und Vorträgen beteiligt sein. So hat das Strasbourger Institut, welches die ökumenische Forschungsarbeit für den Lutherischen Weltbund leistet, entscheidend zu der Erarbeitung des Textes „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ beigetragen in Zusammenarbeit mit dem Johann-Adam-Möhler-Institut, das den gleichen Auftrag hat im Namen des Päpstlichen Einheitsrates. Die beiden Institute haben auch die Liturgie mit erarbeitet, die der Papst feiern wird bei dem Treffen des LWB und des Einheitsrates am 31. Oktober 2016 in Lund.

Diese Eröffnung des Reformationsjahres durch den Papst mag überraschen. Was sie genau bedeutet und welche Konsequenzen sie hat, wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Diese Tatsache führt in vielen Ländern zu Fragen und Anfragen an den Stab des Strasbourger Instituts.

Die katholischen italienischen Theologen, die sich der Sache Ökumene zuwenden, haben aus diesem Anlass die Forscher des Strasbourger Instituts zu einem Kolloquium im  Istituto di Studi Ecumenici San Bernardino in Venedig eingeladen. Dieses Institut koordiniert im italienischen Raum die ökumenische Forschung und ist so auch ein Partner, mit dem Strasbourg schon oft zusammen gearbeitet hat. Vom 14.-18. April 2016 war das Thema aus dem bereits angesprochenen Anlass der Text „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“. Theodor Dieter hat die Geschichte des Textes erläutert und seinen Inhalt erklärt. André Birmelé befasste sich mit dem gesamten Kontext des Jubiläums, das nun auf ganz neue Weise gefeiert wird, da das lutherisch/katholische Verhältnis spätestens seit der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre 1999 ein ganz anderes ist als in den vorausgegangenen Jahren. Die katholischen Beiträge bei diesem Kolloquium erläuterten noch offene Fragen im Dialog. Ihre Vorträge verdeutlichten eine große Hoffnung und eine Freude über das bereits Erreichte.