40 Jahre „Conseil Protestant de Strasbourg“

Im November 1979 wurde der „Conseil Protestant de Strasbourg“ (CPS) gegründet. Er umfasst die evangelischen Gemeinden aus dem Großraum Straßburg wie auch die Gemeinden der angrenzenden deutschen Stadt Kehl. Auch die historischen Freikirchen (Baptisten, Methodisten, Pfingstler und Mennoniten) waren Gründungsmitglieder. Katholiken und Orthodoxe sind als Gäste beteiligt. Der CPS umfasst derzeit 81 Gemeinden, die Hälfte davon stellen neue Gemeinschaften (auch aus der Stadt Kehl), die zu keiner historischen Kirche gehören und kongregationalistisch organisiert sind. Dies entspricht der französischen Situation, in der solche Gemeinschaften in der Zwischenzeit mehr Gläubige umfassen als die traditionellen Konfessionen.

Die „40 Jahre CPS“ wurden am 7. November begangen. Der Tag stand unter dem Thema: „Ist die Methode des internationalen lutherisch-katholischen Dialogs auf die Beziehungen der Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften innerhalb des CPS anwendbar?“ Ziel des Tages sollte es sein, Wege zu suchen, die es den CPS-Mitgliedern erlauben, neue Schritte zu tun auf dem Weg zu einer Kirchengemeinschaft, die zur Zeit nicht gegeben ist.

Die Feier wurde eingeleitet durch einen Vortrag von André Birmelé, in welchem dieser die Methode des „differenzierenden Konsens“ erläuterte und verdeutlichte, dass dieser Weg dann möglich ist, wenn die Bibel selbst als „differenzierender Konsens“ verstanden wird. Das anschließende Gespräch konzentrierte sich auf die Problematik der Schrifthermeneutik und verdeutlichte, dass das Verständnis des Wortes Gottes im Mittelpunkt der weiteren Arbeit stehen muss. Es wurde auch deutlich, dass man erst am Anfang eines Weges steht. Erfreulich ist, dass mehrere Gemeinschaften pfingstlerischer und auch evangelikaler Prägung sich bereit erklärten, sich an theologischen Überlegungen zum Verständnis des Wortes Gottes zu beteiligen.

Die Problematik, die an diesem Tag im CPS besprochen wurde, reicht weit über den Raum Straßburgs hinaus. Dass die Schrifthermeneutik ein Grundproblem im Verhältnis zu den neuen, nichtkonfessionellen Gemeinschaften ist, wird heute vielerorts gesehen. Da manche dieser Gemeinschaften zum Gespräch bereit sind, sollen in nächster Zeit theologische Studientage einberufen werden, an denen dieses Thema zur Sprache kommt. Die katholische Universität Gregoriana in Rom, in der Prof. Etienne Vetö, einer der Verantwortlichen der Communauté du Chemin Neuf, lehrt, wird voraussichtlich im Februar eine erste Tagung zu diesem Thema einberufen.