Heilige ohne (konfessionelle) Grenzen

Ökumenische Besinnung auf die große Wolke der Zeugen

47. Internationales Ökumenisches Seminar, vom 3. – 10. Juli 2013

Auf den ersten Blick scheinen die Heiligen zu den Themen zu gehören, die trennend zwischen Katholiken und Orthodoxen auf der einen und Protestanten auf der anderen Seite stehen, wobei die Anglikaner vielleicht irgendwo dazwischen liegen. Aber wie so oft, hat sich auch hier seit Beginn der ökumenischen Bewegung in unseren Kirchen viel verändert. Der katholische Kanonisierungsprozess ist einer großen Reform unterzogen worden. Protestanten beginnen, in ihrer eigenen Praxis der Verehrung der Heiligen (wenn auch nicht ihrer Anrufung) einen Platz einzuräumen. Pioniere und führende Persönlichkeiten der Ökumene haben auch außerhalb ihrer Heimatkirchen Bewunderung und Zuneigung gefunden. Die gemeinsame Erfahrung des Martyriums in Zeiten des Krieges und der Verfolgung hat die Kirchen eine größere Achtung vor den Christen gelehrt, die ihr Leben für Christus gegeben haben, auch wenn sie nicht zur eigenen Konfession gehörten. Und der Eindruck ist weit verbreitet, dass die Christen, die heute in einer ganz anderen Situation als die Christen früher leben, sich nach verschiedenartigen Vorbildern für ein Leben des Glaubens in der Welt sehnen. Das führt zu einer Neubesinnung auf die Heiligkeit im menschlichen Leben. In unserem Seminar haben wir Vorträge von Christen aus sehr verschiedenen Kirchen gehört, die die Bedeutung der Verehrung von Heiligen für heute und die Wichtigkeit von Modellen für ein christliches Leben diskutieren und uns auch weniger bekannte Heilige nahebringen, deren Beispiel und Glaube Inspiration für Christen verschiedenster Herkunft sein können.

Vorträge