Nachrichten von Prof. Sarah Hinlicky Wilson

Obwohl Prof. Wilson ihre Stelle am Institut vor einem Jahr verlassen hat, ist sie weiterhin als Visiting Adjunct Professor an verschiedenen Orten in den USA für das Institut aktiv.

In den vergangenen Monaten hat sie zwei öffentliche Vorlesungen an der Concordia University-St. Paul (CSP), die zur Lutheran Church-Missouri Synode gehört, gehalten.  Zuerst war es die jährliche Vorlesung zum Erbe der Reformation an der CSP mit dem Titel „Remaking the World with Law and Gospel“.  Wilson untersuchte  verbreitete Missverständnisse von Luthers Unterscheidung zwischen Gesetz und Evangelium, um ein umfassenderes  und genaueres Bild dieser zentralen lutherischen Lehre zu gewinnen. Die zweite Vorlesung war für eine Versammlung Studierender zu „Martin Luther and Women – Breaking the Law and Proclaiming the Gospel“. Sie begann mit der interessanten Tatsache, dass Luthers Tod das hergebrachte Gesetz zugunsten einer Frau brechen sollte – indem er seiner Frau in seinem Testament alles vermachte; dann erzählte Wilson die Geschichten von drei Frauen aus dem 16. Jahrhundert. Sie hatten das Evangelium gehört, wie Luther es lehrte, und jede hat auf ihre Weise darauf geantwortet: Katharina von Bora, Elisabeth Cruciger und Argula von Grumbach.

Prof. Wilson verbrachte auch zwei Wochen als Copenhaver Scholar in Residence am Roanoke College in Virginia. Sie hielt drei öffentliche Vorträge, nahm an dem „Lutheran Writers Project“ und an zwei Podiumsgesprächen teil, unterrichtete Seminare und unternahm Besuche mit Studierenden. Besonderes Interesse fand ihr Vortrag zu „Martin Luther and Global Pentecostalism“. Hier behandelte sie den frühen Bezug der Pentekostalen auf Luther, die Bemühungen der lutherischen Charismatiker, das konfessionelle Luthertum in die charismatische Praxis einzubeziehen und den Gebrauch von Luthers Kreuzestheologie durch heutige klassische Pfingstler. Eine Studentin von der Assemblies of God drückte ihre Wertschätzung aus, dass ihre eigene Glaubenstradition bestätigt wurde und ernsthafte akademische Beachtung an einem lutherischen College erhielt

Prof. Wilson ist weiterhin für den Lutherischen Weltbund tätig und war ein Jurymitglied für die nordamerikanische Region für den internationalen Predigtwettbewerb. Es wurden ca. 40 Predigten zur Begutachtung vorgelegt. Die Jury las sämtliche Predigten und stufte sie ein; die 10 Finalist/inn/en wurden eingeladen, Videoauszüge ihrer Predigten vorzulegen. Der oder die Gewinner/in wird die Abschlusspredigt bei der Vollversammlung in Namibia im Mai halten.

Die auf Initiative des Instituts organisierte und von Prof. Wilson beaufsichtigte Luther Reading Challenge dauert noch 6 Monate und wird am Jubiläumstag der Reformation zu Ende gehen. Eine große Sammlung von Luthertexten ist auf der Website frei zugänglich. Es ist noch nicht zu spät, daran teilzunehmen!