Institute for Ecumenical Research

Auf der Vierten Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Helsinki 1963 wurde die Errichtung einer “Lutherischen Stiftung für Ökumenische Forschung” beschlossen. Gemäß ihrer Verfassung war und ist der Zweck dieser Stiftung, “zur Wahrnehmung der ökumenisch-theologischen Verantwortung der lutherischen Kirchen beizutragen”. Die Stiftung soll ihre Arbeit durchführen durch

  • “theologische Forschung auf Gebieten, in denen christliche Kirchen in Dingen der Lehre und Kirchenordnung getrennt sind und kontrovers-theologische Fragen bestehen”;
  •  ”Abhaltung von theologischen Seminaren und Konferenzen auf wissenschaftlicher Ebene”; ”Kontakte und Gespräche mit Theologen aus anderen Kirchen”;
  • “Veröffentlichung der Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit und solcher Konferenzen und Gespräche”.

Die Stiftung ist in ihrer Tätigkeit am “Verständnis des Evangeliums von Jesus Christus und seiner Kirche, wie es in der lutherischen Reformation neu entdeckt worden ist”, orientiert.

Zur Durchfürung der Arbeit wurde das “Institut für Ökumenische Forschung” in Straßburg eingerichtet. Es begann seine Arbeit am 1. Februar 1965. Die Wahl Straßburgs als Heimat des Instituts wurde getroffen angesichts der reichen akademischen, kulturellen und religiösen Tradition dieser Stadt. Als Stadt des Europarates und des Europäischen Parlaments ist Straßburg nicht nur ein Forum der Forschung für zeitgenössische Weltprobleme. Es bietet auch den Reichtum seiner Fakultäten für katholische und evangelische Theologie, seiner zahlreichen Bibliotheken und seiner jahrhundertealten Tradition theologischen Denkens, theologischer Kontroverse und ökumenischer Begegnung. Im 16. Jahrhundert war Straßburg einer der Mittelpunkte der Reformation, und heute gehört etwa die Hälfte der Bevölkerung der lutherischen Kirche an. Straßburg ist zugleich katholischer Erzbischofssitz und Sitz der Leitung der Reformierten Kirche in Elsaß/Lothringen. Als Treffpunkt romanischer und germanischer Kultur verschafft Straßburg direkten Zugang zu anderen religiösen, kulturellen und akademischen Zentren Europas.

Die Stiftung führt ihre Arbeit aus durch ihr Kuratorium und den Forschungsstab des Instituts. Das Kuratorium, das normalerweise einmal im Jahr zusammentritt, besteht aus sechs bis neun Mitgliedern. Drei dieser Mitglieder, einschließlich des Vorsitzenden, werden vom Rat des LWB aus seinen Reihen gewählt. Die Ernennung des Forschungsstabes, der aus vier oder fünf Mitgliedern aus verschiedenen Ländern und lutherischen Kirchen besteht, ist Sache des Kuratoriums. Stabsmitglieder werden normalerweise für eine begrenzte Anzahl von Jahren ernannt. Eines der Mitglieder übernimmt für zwei oder drei Jahre die Aufgabe des geschäftsführenden Forschungsprofessors des Instituts.

Obwohl die Stiftung rechtlich unabhängig ist, arbeitet sie doch eng mit ihrem Begründer, dem LWB, zusammen, dessen Sitz in Genf ist. Der Vorsitzende des Kuratoriums berichtet jährlich vor dem Rat des LWB über die Arbeit der Stiftung, und der Forschungsstab steht in regelmäßigem Kontakt zu den Kommissionen und Abteilungen des LWB, besonders mit den Verantwortlichen für ökumenische und andere theologische Fragen.

Die Mittel für die Tätigkeit der Stiftung und des Instituts kommen aus dem Stiftungsfonds, aus jährlichen Unterstützungen der lutherischen Kirchen und besonderen Spenden. Das Einkommen aus dem Stiftungsfonds ist in den letzten Jahren proportional zurückgegangen, so daß die Unterstützung der Kirchen immer wichtiger geworden ist.