Das Reformationsjubiläum im Südwesten Europas

 

Als im Februar 2016 bekannt wurde, dass Papst Franziskus an der Eröffnungsfeier des Reformationsjubiläums in Lund (Schweden) am 31. Oktober 2016 teilnehmen würde, war dies für viele eine Überraschung. Ein besonderes Interesse entstand in den lateinischen Ländern Europas. Für die katholischen Kirchen Frankreichs, Italiens, Spaniens und Portugals ist das Luthertum eine weitgehend unbekannte Kirche, da in diesen Ländern nur sehr kleine lutherische Kirchen vorhanden sind. Man wollte genauere Informationen über diese Kirche, ihre Ursprüngen und die ökumenischen Fortschritte, die den Papst zu diesem Schritt bewegten.
So ist es nicht verwunderlich, dass gerade aus diesen Ländern sehr viele Anfragen an das Strasbourger Institut kamen. Die Anfragen kamen zunächst aus Universitäten. Der Stab des Instituts hat sich bereits mit dem ökumenischen Institut in Venedig getroffen, ein weiteres Kolloquium ist in Salamanca (Spanien) im Juni 2017 geplant. Einzelne Mitarbeiter wurden um Vorträge oder wissenschaftliche Mitarbeit an Universitäten in Italien (E. Parmentier in Padua, A. Birmelé in Bologna), in Luxemburg und in Frankreich gebeten. Auch einzelne Gemeinden oder Diözesen luden ein (A. Birmelé war bereits in Orléans und Tours; Dijon, Lyon, Le Havre sind weitere Etappen). Nicht zuletzt katholische Orden meldeten sich und baten um Begegnungen (die französischen Benediktinerinnen von Pradines oder Prailles sowie die Benediktiner von La Pierre-qui-Vire). Hinzu kommen die seit längerer Zeit geplanten Tagungen im Kloster von Bose (Italien) oder in den verschiedenen Orten der Communauté du Chemin Neuf (Saragossa – Spanien, Abbaye des Dombes und das Kloster Hautecombe – Frankreich). Zu erwähnen ist schließlich auch das Interesse der orthodoxen Kirchen. Auf Einladung des ökumenischen Patriarchats in Konstantinopel wird der Stab des Instituts an einem Kolloquium in Thessaloniki im März 2017 teilnehmen.