A Guide to Pentecostal Movements for Lutherans

Das Institut freut sich, das neue Buch von adjunct professor Dr. Sarah Hinlicky Wilson ankündigen zu können: Guide to Pentecostal Movements for Lutherans.

Die Vorgeschichte des Buches begann, als Wilson 2008 an einer Tagung des „Proto-Dialogs“ zwischen Lutheranern und Pentekostalen in Zürich teilnahm. Das Institut für Ökumenische Forschung hat diesen Dialog sechs Jahre lang geführt. Wilson war auch bei den folgenden Treffen dabei und beteiligte sich an der Abfassung des Abschlussberichts des Proto-Dialogs, Lutherans and Pentecostals in Dialogue. In den darauffolgenden Jahren, als der LWB auf die Einsetzung eines formellen Dialogs mit klassischen Pentekostalen hin arbeitete, erkannte Wilson, dass Lutheraner zuverlässige Informationen und Deutungen der Pfingstbewegung und ihrer vielen Varianten dringend brauchten. Dies führte schließlich zur Abfassung dieses neuen Handbuches, das erfreulicherweise zur gleichen Zeit erscheint, wie die erste formelle Dialogsitzung im September in den Philippinen stattfindet.

Eine der größten Herausforderungen, wenn man sich ökumenisch mit den Pentekostalen beschäftigt, ist ihre unglaublich große Zahl – je nach Zählweise mehr als 600 Millionen, und ihre Zahl nimmt immer noch zu – und ihre große Vielfalt. In der Forschung über die Pfingstbewegung unterscheidet man im allgemeinen zwischen klassischen Pentekostalen (Konfessionen, die zu Beginn de 20. Jahrhunderts aus der Azusa-Street-Erweckung entstanden sind), Charismatikern (die typische pentekostale Praktiken aufweisen, jedoch in den historischen Kirchen verbleiben und pfingstlerische Phänomene in die Theologie ihrer jeweiligen Kirchen einbringen) und Neopentekostale (alle anderen – was von amerikanischen Fernsehpredigern zu brasilianischen „prosperity megachurches“, zu chinesischen Hauskirchen und Kirchen afrikanischen Ursprungs reichen kann). Wenn man also von der „Pfingstbewegung“ spricht, kann dies eher irreführend als erhellend sein, so wie auch das Wort „Protestantismus“. Es ist ein differenzierteres Instrumentarium nötig, um die Vielfalt der Pfingstbewegung, der man begegnet, zu verstehen und zu analysieren.

In diesem „Guide“ beginnt Wilson mit einem Kapitel zu „Azusa“ und beschreibt die Erweckung, die aus der Pfingstbewegung ein weltweites Phänomen gemacht hat, sowie ihre vielen Ableger. Das nächste Kapitel zu „Pentecostals“ beschreibt die verschiedenen Arten von Pentekostalen, die man heutzutage antreffen kann. Das Kapitel zu „Lutherans“ schenkt den Lesern einen Überblick über ihre eigene Geschichte und Theologie als Grundlage für eine sinnvolle Begegnung mit Pentekostalen.

Die drei darauffolgenden Kapitel behandeln die offensichtlichsten Unterschiede in Theologie und Praxis der beiden Kirchen: „Baptism I“ untersucht die Berichte über die Taufe und den Heiligen Geist im Lukasevangelium und in der Apostelgeschichte; „Baptism II“ wendet diese Themen auf Inhalte an wie die Taufe im Heiligen Geist, Kindertaufe und Wiedertaufe; „Charismata“ behandelt die paulinische Lehre von den geistlichen Gaben, insbesondere in 1. Kor 12-14.

Die abschließenden vier Kapitel behandeln weniger offenkundige, aber trotzdem wichtige und relevante Themen, die in den Gesprächen zwischen Lutheranern und Pentekostalen auftauchen. „History“ betrachtet die Art und Weise, wie die Höhen und Tiefen der Kirchengeschichte herangezogen werden, um die Stellung der einen Kirche zu stützen oder die Stellung einer anderen Kirche zu schwächen, und die wiederkehrende, wenn auch problematische Notwendigkeit für viele Christen, sich selbst in einem detaillierten Schema der Kirchengeschichte und ihrem Ende im zweiten Kommen Christi zu verorten. „Power“ untersucht die Gabe und den Missbrauch von geistlicher und institutioneller Macht in der Kirche und ihre Beziehung zur Frage der Einheit der Kirche. „Prosperity“ nimmt ein schwieriges Thema in Angriff, das viele Lutheraner mit den Pentekostalen verbinden, auch wenn seine Wurzeln an anderer Stelle liegen. Das Kapitel bietet Mittel an, wie die „prosperity theology“ erkannt und entschärft werden kann. Das Kapitel über „Experience“ nimmt das umstrittene Thema auf, wie und in welchem Ausmaß persönliche und gemeinschaftliche Erfahrung in der Theologie und der kirchlichen Praxis eine Rolle spielen können.

Da es die  Aufgabe des Instituts ist, den Dialog mit Christinnen und Christen anderer Konfessionen zu führen, ist dieses Buch im Gespräch mit Pentekostalen geschrieben worden und nicht aus der Sicht eines distanzierten Beobachters. Das Vorwort wurde von einem der beiden Vorsitzenden des Dialogs zwischen dem LWB und den klassischen Pentekostalen, Jean-Daniel Plüss, verfasst. Auf der hinteren Umschlagseite drückt Cecil M. Robeck Jr., ein pentekostaler Ökumeniker seine Wertschätzung aus. Kaisamari Hintikka, Assistant General Secretary fo Ecumenical Relations beim LWB würdigt dort ebenfalls das Buch. Vor der Veröffentlichung ist das Manuskript von Lesern aller sieben Regionen des LWB begutachtet worden, damit das Buch möglichst vielen Menschen eine Hilfe ist.

Wir hoffen, dass die lutherischen Leserinnen und Leser durch dieses Buch nicht nur die Pfingstbewegung besser verstehen und besser einschätzen können, sondern dass sie auch ihr Verständnis der lutherischen Theologie und Praxis vertiefen werden. Eine bessere Selbsterkenntnis führt immer zu einer engeren Freundschaft mit dem Nächsten. Und das ist es auch, worum es bei der Ökumene eigentlich geht.

Das Buch kann bei Wipf & Stock bestellt werden. Leser in Europa und Australien können das international sales department für kostengünstige Versandmöglichkeiten kontaktieren. Interessierte Leser mit begrenztem Zugang zu gedruckten Veröffentlichungen können den Guide to Pentecostal Movements for Lutherans auch von der Website des Instituts herunterladen.