52. Internationales Ökumenisches Seminar 2018

Fundamentalismus als ökumenische Herausforderung

2. – 9. Juli 2018

In den letzten Jahren sind im politischen wie im religiösen Leben verstärkt Strömungen aufgetreten, die als „fundamentalistisch“ bezeichnet werden. Weil sie auch für die Kirchen vor Ort wie für die Ökumene weltweit eine große Herausforderung darstellen, will das Sommerseminar die Möglichkeit bieten, sich mit dem Thema des „Fundamentalismus“ vertieft auseinanderzusetzen. Eine bestimmte Definition von „Fundamentalismus“ wird nicht zugrunde gelegt. Im Seminar soll es zunächst vielmehr um eine begriffliche Klärung gehen: In welchen Zusammenhängen wird der Begriff verwendet? Taugt er als objektive Beschreibung gesellschaftlicher Phänomene? Oder dient er vor allem der polemischen Etikettierung gegnerischer Positionen? Wer sind die Träger fundamentalistischer Strömungen? Was bestimmt das fundamentalistische Erscheinungsbild?

Nach einer solchen ersten Annäherung an den Begriff werden christliche Strömungen in den Blick genommen, die in verschiedenen geografischen Kontexten als „fundamentalistisch“ gelten: im amerikanischen, afrikanischen, asiatischen und europäischen Raum. Was für Strömungen gibt es hier überhaupt? Inwieweit ähneln sie sich in den verschiedenen Kontexten? Inwieweit unterscheiden sie sich? Und inwiefern gelten vielleicht Positionen in dem einen Kontext als „fundamentalistisch“, die in anderen Kontexten allgemein anerkannt sind? In ökumenischer Perspektive ist dabei besonders relevant die Frage, wie fundamentalistische Strömungen konfessionell in Erscheinung treten.

Séminaire Protestant

Séminaire Protestant

Im Sommerseminar werden deshalb spezielle konfessionelle Ausprägungen von Fundamentalismus in Orthodoxie, Katholizismus und Protestantismus thematisiert und auch hier nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden gefragt. Was sich bei allen Unterschieden zwischen fundamentalistischen Strömungen als Gemeinsamkeit feststellen lässt, ist der Anspruch, die Heilige Schrift (Bibel oder Koran) authentisch auszulegen. Im Seminar wird es deshalb zentral auch um diese Fragen gehen: Was macht einen fundamentalistischen Umgang mit der Schrift aus, worin unterscheidet er sich von anderen exegetischen Zugängen, was lässt ihn überzeugend sein, worin liegen seine Grenzen?

Was die Seminarteilnehmer/innen an eigenen Erfahrungen mit fundamentalistischen Strömungen mitbringen, wird Raum in den nach den Vorträgen geplanten Diskussionen und den Gruppenarbeiten finden.Wie mit fundamentalistischen Strömungen umzugehen ist, das ist in ökumenischer Hinsicht eine offene Frage. Das Seminar wird die Gelegenheit geben, diese Frage in ihrer ganzen Breite zu erörtern und eigene Ideen einzubringen.

Es geht uns im Seminar aber nicht nur um theologische Erörterungen. Genauso wichtig ist das persönliche Gespräch der Teilnehmer/innen, ihr Teilen von ökumenischen oder konfessionellen Erfahrungen, ihr Fragen und Zuhören. Gerade weil die Teilnehmer/innen aus vielen verschiedenen Kirchen und Ländern kommen, ist dieser Austausch besonders spannend und erhellend. Im Seminar ist dafür reichlich Platz im Plenum wie in Arbeitsgruppen vorgesehen. Hinzu kommt das besondere Ambiente der mittelalterlichen Altstadt Strasbourg, das vorzügliche Essen bei einem Glas Wein in einem Restaurant oder im Séminaire Protestant.

 

Sprachen

Englisch und Deutsch sind die Hauptsprachen des Seminars. Die Vorträge und Diskussionen werden simultan in diese Sprachen und aus diesen Sprachen übersetzt. Die Teilnehmer können sich in den Plenardiskussionen auch auf Französisch äußern.

Kosten

Die Unkosten für das Seminar, einschließlich Vollpension in einem Studentenwohnheim (Einzelzimmer) betragen € 730,-. Finanzielle Unterstützung wird manchmal durch die Kirchen der Teilnehmer/innen oder andere Institutionen gewährt. Deshalb bitten wir die Teilnehmer/innen, sich diesbezüglich mit ihren kirchlichen Behörden in Verbindung zu setzen.

Wie im letzten Jahr, wird auch dieses Mal ein kleinerer Teil dieses Betrags zur Unterstützung von Teilnehmern/innen aus anderen Kontinenten und aus Osteuropa verwendet.

Daten

Vom 2. Juli (Anreise am Nachmittiag, Empfang am Abend)
bis 9. Juli (Abreise nach dem Frühstück) 2018
in Straßburg, Frankreich 

Anmeldung und Information

Anmeldung bis spätestens 15. April 2018. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Elke Leypold : strasecumATecumenical-institute.org

Flyer zum Downloaden